Spielt denselben Song noch mal

Kevin / rautenblick
12 Gegentore nach drei Spielen – beim HSV stimmen weder Defensive noch Widerstandsfähigkeit. Doch nicht nur die Mannschaft steht in der Kritik: Auch Merlin Polzin muss sich einige Entscheidungen gefallen lassen.
Bitte verzeiht uns, dass der Spielbericht erst jetzt kommt, trotz, dass wir ihn schnell hinter uns bringen wollten. Die obligatorischen Entschuldigungen vorneweg: Die Mannschaft muss sich erst finden, Abläufe sind noch nicht aufeinander abgestimmt und viele Schlüsselspieler kamen erst sehr spät. So, das aus dem Weg geräumt, können wir nun mit der Kritik beginnen.
Das wird ehrlich gesagt recht schnell gehen. Der HSV hat nach drei Spieltagen zwölf Gegentore und jedes einzelne fällt auf eine erschreckend ähnliche Art und Weise: Ein Zweikampf im Mittelfeld geht verloren, die Defensive muss rausrücken und kommt anschließend nicht richtig in die Zweikämpfe beziehungsweise hält zu viel Sicherheitsabstand. Die Mannschaft ist nicht in der Lage, Widerstand zu leisten. Ein Rückschlag reicht und schon fällt die Mannschaft auseinander.
Und vor allem muss jetzt endlich auch mal über Merlin Polzin gesprochen werden!
Schon gegen Dortmund hat Polzin mit der Aufstellung von Lokonga eine Entscheidung getroffen, die für mich (Jimmy) nur schwer nachvollziehbar war. Lokonga's Stärken liegen bei linienbrechenden Pässen und im Aufbauspiel. Gegen spiel- und konterstarke Dortmunder ist das allerdings ein echtes Himmelfahrtskommando, wenn die Bälle immer wieder sofort abgefangen werden und Dortmund dadurch sehr kurze Wege zum Tor hat.
Gegen Mainz nimmt Polzin Torunarigha zur Halbzeit raus und wirft anschließend Shafiq Nandja den hungrigen Mainzern zum Fraß vor. Fast jeder Angriff in der zweiten Hälfte ging über Nandjas Seite.
Und nun gegen Leipzig verstehe ich den grundsätzlichen Ansatz von Polzin: Bälle auf Poulsen, der diese auf Daka ablegen kann und dem HSV somit in der Tiefe zusätzliche Angriffsoptionen bietet. Theoretisch zumindest. Problematisch wird es allerdings, wenn man Grønbæk statt Vieira in diese Formation packt. Vieira ist der Spieler, der die Bälle in solchen Situationen spielen kann, die anschließend von Poulsen festgemacht und weitergeleitet werden sollen. Grønbæk kommt dagegen eher über seine Dribbelstärke und Durchschlagskraft.
Drei Spiele, drei schwerwiegende Entscheidungen von Merlin Polzin, die für mich zumindest hinterfragt werden müssen. Die Kritik sollte also durchaus berechtigt sein.
Und ja, die Mannschaft wird am 8. Spieltag eingespielter sein als jetzt. Aber das darf nicht das einzige Argument pro Polzin sein. Diese Mannschaft ist für mich ein Mittelfeldteam: kein klarer Abstiegskandidat, aber eben auch keine Mannschaft, die automatisch um die europäischen Plätze spielt. Und trotzdem sieht die Mannschaft unter Polzin momentan wie ein Abstiegskandidat aus.
Aufstellungen
Leipzig:
Vandevoordt – Henrichs (74., Baku), Orban, Lukeba (74., Esteve), Raum – Banzuzi, El Aynaoui, Ouédraogo (35., Nkunku) – Gruda, Nusa (78., Finkgräfe) – Gomis (74., Romulo)
HSV:
Heuer Fernandes – El Ouahdi (89., Jatta), Capaldo, Torunarigha, Nandja (73., Omari), Wolfe – Remberg, Lokonga (78., Stange) – Daka (73., Vieira), Grønbæk – Poulsen (46., Moffi)
(Titel-Idee aus der Instagram-Story von HSV Digga 040)
Autor

Jimmy
Autor bei rautenblick. Fußballverrückt durch und durch.
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