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Analyse
28.07.2026

Dreierkette, Viererkette oder Perlenkette?

Dreierkette, Viererkette oder Perlenkette?

© imago | Oliver Ruhnke

Der HSV setzt mit dem 3-4-2-1-System auf moderne Fußballprinzipien, klare Spielerprofile und mehr defensive Stabilität. Eine Analyse der neuen Formation, ihrer Stärken und der Positionen, auf denen aus meiner Sicht noch Verstärkungsbedarf besteht.

Formationen bzw. Systeme werden im modernen Fußball immer wichtiger und relevanter. Natürlich gibt es, wie in jeder Generation, absolute Ausnahmetalente. Gerade für kleinere Vereine können jedoch Systeme, die die Schwächen des Gegners ausnutzen, sowie passende Spielerprofile die Qualitätsunterschiede zum Gegner bis zu einem gewissen Grad ausgleichen.

Der HSV, der sich in seinem zweiten Bundesliga-Jahr befindet, trainiert seit der Sommervorbereitung ein 3-4-2-1-System. Vor allem Dreier- bzw. Fünferketten gewinnen im modernen Fußball immer mehr an Bedeutung – unter anderem, weil sie eine Überzahl im Mittelfeld erzeugen können.

Der HSV sieht die größten Vorteile dieser Formation jedoch vor allem in der Fünferkette und den damit verbundenen engen Zwischenräumen. Die Außenverteidiger bzw. Schienenspieler sollen dadurch, dass der HSV auf klassische Flügelspieler verzichtet, die Linie rauf und runter arbeiten und im Idealfall einen ausgeprägten Offensivdrang mitbringen.

Für Miro Muheim ist das beispielsweise nicht die perfekte Auslegung seiner Position, da er sich eher durch sein Passspiel, den Spielaufbau und Weitschüsse aus den Halbräumen auszeichnet. Dem erst 16-jährigen Top-Talent des HSV, Louis Lemke, scheint diese Position zumindest in der Vorbereitung hingegen gut zu liegen.

Auf der anderen Seite ist Jatta nahezu perfekt für diese Rolle geeignet. Er kann sowohl offensiv als auch defensiv durch sein unermüdliches Laufpensum immer wieder Einfluss auf das Spiel nehmen – sei es, indem er sich als zusätzliche Anspielstation anbietet oder sich noch in beinahe verlorene Zweikämpfe wirft.

Auf beiden Außenpositionen fände ich dennoch jeweils eine Verstärkung sinnvoll.

Im Mittelfeld verfügt der HSV mit dem passsicheren Sambi Lokonga und dem zweikampfstarken Nicolai Remberg bereits über ein starkes Duo. Mit Bilal Nadir und Kofi Amoako hat man zudem zwei Spieler verpflichtet, die sehr ähnliche Stärken mitbringen. Hier ist der HSV durch seine Sommertransfers bereits hervorragend aufgestellt.

Einen neuen Ansatz verfolgt der HSV mit der Doppelzehn. Der neu verpflichtete Martin Adeline und der nun fest verpflichtete Albert Groenbaek haben diese Positionen bisher überwiegend in der Vorbereitung besetzt. Die Aufgabe dieser beiden Halbraum-Zehner besteht hauptsächlich darin, die Zwischenräume zwischen Innen- und Außenverteidigung zu bespielen und dem Stürmer Platz für Kombinationen oder den Torabschluss zu schaffen.

Ich denke, jeder HSV-Fan hofft hier noch auf die Verpflichtung von Fabio Vieira, der für die rechte Halbraum-Zehn perfekt geeignet wäre.

Im Sturm kam mit Patson Daka ein Stürmer, der von seinem Profil hervorragend zur Doppelzehn passt. Er ist kombinationsstark, laufstark, schnell und besitzt Qualitäten im Umschaltspiel.

Dennoch denke ich, dass eine klassische Nummer neun mit einer gewissen Grundschnelligkeit noch ein sinnvoller Transfer wäre. Spieler wie Thomas Bobček oder Noel Futkeu würden zumindest vom Profil her gut passen, um zusätzlich mehr Durchschlagskraft in die Offensive zu bringen.

Abschließend bleibt mir zu sagen, dass ich die leichte Systemumstellung vom klassischen Flügelspiel hin zu Halbraum-Zehnern sehr gelungen finde. Der HSV zeigt damit den Willen, weiterhin defensiv stabil zu stehen, sich gleichzeitig aber auch proaktiv Torchancen zu erarbeiten und den Gegner gezielt anzugreifen.

Autor

Jimmy

Jimmy

Autor bei rautenblick. Fußballverrückt durch und durch.

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