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Transfer
13.07.2026

Richtiger Weg zur falschen Zeit?

Richtiger Weg zur falschen Zeit?

Der HSV wagt den Strategiewechsel: 5 Millionen Euro für vielversprechende Zukunftstalente statt teurer Star-Transfers. Doch der Traum vom schnellen Erfolg weicht bitterer Realität. Zwischen Krankenstation, einem bitteren Pokal-Aus und dem harten Kampf um Bundesliga-Minuten – warum die neue Transferpolitik den HSV vor eine Zerreißprobe aus Geduld und Weitsicht stellt.

Wir schreiben den Januar 2025: Steffen Baumgart ist entlassen, Merlin Polzin hat die Position als Cheftrainer übernommen. Nach schwierigen Wochen unter Baumgart und dem zwischenzeitlichen Platz 8 in Liga 2 wird der Weg mit Polzin konsequent weitergegangen. Als Verstärkung für die Rückrunde kommen neben der Leihe von Dávid Snoyer Mebude auch Aboubakar Soumahoro und Alexander Rössing-Lelesiit.

Für die beiden Festverpflichtungen, Soumahoro und Rössing-Lelesiit, werden insgesamt 5 Millionen Euro ausgegeben. Ein klares Investment in die Zukunft und ein Zeichen, dass der HSV sich in seiner Transferstrategie noch breiter aufstellen will: Relativ günstig Talente am Anfang ihrer Entwicklung kaufen, sie weiterentwickeln, um sie dann teuer zu verkaufen.

Dass dieser Weg jedoch Problematiken mit sich bringen kann, zeigen Soumahoro und Rössing-Lelesiit perfekt. Soumahoro verletzt sich direkt im ersten Training und fehlt die komplette Rückrunde. Rössing-Lelesiit kommt in der Rückserie lediglich auf zwei Pflichtspiele. Faktisch hat der HSV in der Zweitliga-Saison 2024/25 in der Rückrunde also ohne Neuzugänge gespielt.

In der abgelaufenen Bundesliga-Saison 2025/26 hat Rössing-Lelesiit elf Spiele und eine Vorlage vorzuweisen – er wird allerdings immer wieder von Verletzungen ausgebremst. Soumahoro kommt sogar nur auf vier Bundesliga-Einsätze, darunter der unglückliche Auftritt gegen die Bayern (0:5). Ein junger Spieler muss Fehler machen dürfen. Auch wenn er dort absolut unglücklich aussah, war danach eine Leistungssteigerung erkennbar. Er vergab zwar den entscheidenden Elfmeter gegen Kiel im DFB-Pokal kläglich, spielte dafür aber ein sehr gutes Nordderby bei unserem 3:2-Sieg gegen Bremen.

Eine Leihe in seine französische Heimat zu AS Saint-Étienne wirkte wie der nächste logische Schritt, um Spielpraxis zu erlangen. Das große Problem: Soumahoro verletzte sich erneut beim ersten Training in Frankreich. Das Team von Saint-Étienne spielte sich in der Rückrunde der Saison 2025/26 ein und kämpfte in der zweiten französischen Liga lange um den Aufstieg mit. Für Soumahoro war nach der langen Verletzungspause leider kein Kaderplatz mehr bei seinem Leihverein zu holen. Nun folgt ein neuer Anlauf: Eine Leihe zu RCD Mallorca zur Saison 2026/27 steht an.

Der HSV wollte seine Transferpolitik erweitern und wurde direkt mit den Gefahren dieser Strategie konfrontiert. Jungen Spielern muss man Zeit geben, Leistungsschwankungen sind völlig normal – und jegliches Potenzial kann durch eine Verletzungsanfälligkeit jäh ausgebremst werden. Ich hoffe, der HSV verfolgt diese Transferpolitik weiter, um sich breiter aufzustellen, bringt aber die nötige Geduld und Weitsicht mit. Denn am Ende wäre das eine weitere gute Möglichkeit, um finanziell gesund zu wachsen.

Autor

Jimmy

Jimmy

Autor bei rautenblick. Fußballverrückt durch und durch.

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