10-Millionen-Bonus, aber teure Aussichten? Der neue Catering-Deal im Volkspark unter der Lupe

IMAGO/Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn/imago
In diesem Beitrag nehmen wir den neuen Caterer "Levy" unter die Lupe. Leider hat dieser Deal unschöne Folgen...
Der HSV hat heute abseits des Rasens einen echten Finanz-Coup verkündet: Ab der Saison 2027/28 übernimmt das US-Catering-Unternehmen Levy das gastronomische Zepter im Volksparkstadion. Der Vertrag läuft über satte zehn Jahre. Was dem Verein den Abschied vom bisherigen Partner Aramark versüßt: Der HSV kassiert laut Medienberichten eine einmalige Vertragsprämie (Signing Fee) von stolzen 10 Millionen Euro!
Geld, das der Verein laut Vorstand Eric Huwer sofort u.a. in die Modernisierung der Stadion-Infrastruktur reinvestieren will. Klingt im ersten Moment nach einer klassischen Win-Win-Situation. Für den Verein und die Kasse ist das sicherlich ein starker Deal. Für uns Fans – und darum geht es beim Catering im Stadion nun mal in erster Linie – droht das Ganze aber eine ziemlich bittere Pille zu werden.
Werfen wir mal einen Blick auf die nackten Fakten und das, was uns ab 2027 blühen könnte.
Der Blick über den Tellerrand: Was kostet es woanders?
Levy verspricht uns zwar eine "Schlemmer-Revolution" mit kürzeren Wartezeiten, digitalen Self-Service-Konzepten und moderner App-Anbindung, aber das lassen sie sich im Normalfall auch fürstlich bezahlen. Schaut man sich an, wo das Unternehmen im deutschen Fußball bereits aktiv ist, wird es schnell ungemütlich im Portemonnaie:
- Das Beispiel Karlsruher SC: Levy betreibt das Catering im Wildpark. Wer dort beim Zweitligisten ein Bier (0,5l) trinken möchte, blättert schlanke 5,50 € plus Pfand hin. Damit gehört der KSC zu den absoluten Spitzenreitern im Preisranking der 1. und 2. Bundesliga.
- Das Beispiel Barclays Arena: Den Hamburgern unter uns ist Levy indirekt längst bekannt, denn sie schmeißen die Gastronomie in unserer direkten Nachbararena. Und die Preise dort haben es in sich: Für eine simple Cola (aus Sirup aufgefüllt) zahlt man dort aktuell 6,00 € plus 3,00 € Becherpfand!
Preissprung im Volkspark vorprogrammiert?
Vergleichen wir das mal mit dem Ist-Zustand. Bisher im Volkspark liegt die Cola bei fairen bzw. stadionüblichen 4,50 € und der Becherpfand bei 2,00 €. Wenn Levy ab 2027 seine Preisstruktur aus den anderen Arenen adaptiert, steht uns beim Stadionbesuch eine saftige Teuerungswelle ins Haus. Eine Steigerung bei der Cola von 4,50 € auf 6,00 € wäre ein sattes Plus von über 30 Prozent – und auch beim Bier und dem Pfand müssten wir wohl tiefer in die Tasche greifen.
Kommentar des Rautenblick-Teams: Natürlich wollen wir alle kürzere Schlangen in der Halbzeitpause und moderne Bezahlsysteme. Und die 10 Millionen Euro Handgeld tun unserer Finanzabteilung verdammt gut. Aber wenn die Zeche am Ende komplett von uns Fans über völlig überzogene Gastro-Preise bezahlt wird, verliert der Stadionbesuch ein Stück weit seine Nahbarkeit. Fußball muss bezahlbar bleiben – auch an der Wurstbude!
Wir werden die Entwicklung und die ersten Prognosen bis 2027 ganz genau im Auge behalten.
Was haltet ihr von dem Deal? Freut ihr euch auf modernere Kioske oder seht ihr die Preisentwicklung genauso kritisch wie wir? Schreibt es uns in die Kommentare!
Kevin (rautenblick) und Niklas (Instagram @hsv.digga.040)
Autor

Kevin
Gründer von rautenblick. In Hamburg geboren, HSV-Fan seit Kindheit.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
