Interview mit Andy (Vaddy) vom HSV Fantalk VaterSohn

Andy im Interview: „Wer nicht heiser aus der Nord geht, hat was verkehrt gemacht!“
Andy im Interview: „Wer nicht heiser aus der Nord geht, hat was verkehrt gemacht!“ Moin, ich habe mich mit einem echten HSV-Urgestein zusammengesetzt. Andy vom HSV Fantalk VaterSohn ist nicht nur leidenschaftlicher Fan, sondern auch der Kopf hinter paar emotionalen HSV-Hymnen und ein Mann, der das Herz auf der Zunge trägt. Wir haben über seine Anfänge 1977, „Klingelstreiche“ bei Uwe Seeler und seine Meinung zu Pauli gesprochen. Viel Spaß beim Interview. Der Anfang: Mit der Kutte allein im Fernzug Kevin: Andy, lass uns ganz vorne anfangen. Wie hat das mit dir und der Raute eigentlich angefangen? Dein Papa war ja eher kein Fußball-Fan, oder? Andy: „Stimmt, mein Onkel war da die treibende Kraft. Das war 1977. Früher fuhr noch keine S Bahn nach Harburg, damals gab es den Unterelbe Bahnhof. Meine Eltern haben mich mit fünf Jahren, stell dir das mal vor: mit fünf!, allein in den Fernzug nach Pinneberg gesetzt. Da stand mein Onkel am Gleis, hatte meine HSV-Kutte in der Hand, hat mich eingepackt und mit ins Stadion genommen. Ich saß dann 90 Minuten auf seinen Schultern in der Westkurve, weil ich sonst ja nix gesehen hätte. Das war meine Geburtsstunde als Fan.“ Kevin: Und dann bist du direkt dabei geblieben? Andy: „Vollgas! Mein Onkel ist mit mir auch ständig zum Training nach Norderstedt gefahren. Der wusste immer, wo die Spieler wohnen. Der hat mich als lütten Piefke vorgeschickt und gesagt: “Geh du mal vor und klingele schon mal.” Ich stand bei Uwe Seeler im Wohnzimmer und hab Autogramme bekommen, ich war bei Uli Stein an der Tür... die waren alle so herzlich. Danach gab’s für mich kein Zurück mehr. Dieser Verein ist Familie.“ Die Philosophie: „In den Farben getrennt, in der Sache vereint“ Kevin: Du bist ja ein sehr kommunikativer Typ. Wie gehst du mit der Rivalität in der Stadt um? Könntest du dir vorstellen, mal am Millerntor „abzuchecken“, wenn St. Pauli in der 3. Liga spielen würde? Andy: „Schwierige Frage. Ich hab nie einen Bezug zu dem Verein gewinnen können. Nie. Aber mein Motto ist stabil: ‚In den Farben getrennt, in der Sache vereint.‘ Ich akzeptiere jeden St. Pauli-Fan, ich hab die ja auch im Bekanntenkreis. Ganz ehrlich? Ich hab lieber das Stadtderby als ein Spiel gegen Wolfsburg. Aber mein Herz brennt für das Nordderby gegen Bremen. Da heißt es “Feuer frei Kapelle!“ Das Stadion-Erlebnis: Keine Zeit für Theater Kevin: Du stehst heute meistens auf der Nordtribüne. Was macht diesen Block für dich so besonders? Andy: „Das ist die Sahne auf der Torte. Auf der Ost oder West kannst du dich mal entspannen, aber auf der Nord bist du aktiv. Das Geile ist: Du kriegst die Choreos gar nicht richtig mit, weil sie über dir flattert. Ich muss nachher immer erst aufs Handy gucken, was die Jungs da eigentlich runtergespult haben. Aber die Stimmung ist brachial. Wir sitzen hier nicht im Theater! Wenn du da nicht heiser rausgehst, dann hast du irgendwas verkehrt gemacht.“ Das Erbe: „Durch dich Vadder“ Kevin: Du hast deinem Onkel, der vor zwei Jahren verstorben ist, einen eigenen Song gewidmet. Wie kam es zu „Durch dich Vadder“? Andy: „Der Text spiegelt meine Geschichte zu 100 % wider. Mein Onkel war für mich wie ein Papa. Die Geschichte ist ja bei vielen ähnlich: Man wird als Kind geprägt und irgendwann muss man denjenigen leider verabschieden. Viele schreiben mir, dass sie das Ding im Auto auf dem Weg zum Volkspark hören, um einfach mal ‚Danke‘ nach oben zu sagen. Die Zeit ist eben endlich.“ Kevin: Und du gibst das jetzt an deine Zwillinge weiter? Andy: „Safe! Beide sind HSV-Fans. Mein Sohn ist alle zwei Wochen bei mir im Stream dabei, meine Tochter eher im Hintergrund, aber ihr Mann ist natürlich auch HSV-Fan. Glück gehabt! Nur meine Frau ist der Gegenpol, die holt mich immer wieder runter, wenn ich zu bekloppt werde. Das ist auch gut so, sonst würde man ja gar nicht mehr aus dem Thema rauskommen.“ Kevin: Andy, danke für diesen großartigen Einblick! Wir freuen uns irgendwann auch mit dem Sohnemann zu sprechen. Wir sehen uns am 20. live bei dir im Stream! Andy: „Ich freu mich, Kevin. Es war mir eine Ehre. NUR DER HSV! Jeden Mittwoch um 19:00 Uhr streamt Andy gemeinsam mit seinem Sohn live auf YouTube über den HSV. Schaltet unbedingt ein. Hier geht es zum Kanal!
Autor

Kevin
Gründer von rautenblick. In Hamburg geboren, HSV-Fan seit Kindheit.
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